Eine ständig verstopfte Nase kann den Patienten stark beeinträchtigen. Es kommt zu einer ständigen Mundatmung und einer damit verbundenen Austrocknung, Reizung und Entzündung der Schleimhäute im Rachenraum, sowie nächtlichem Schnarchen.
Ursache der Nasenatmungsbehinderung können eine Nasenmuschelhyperplasie (Vergrößerung der Nasenmuscheln), eine Septumdeviation (Nasenscheidewand- verschiebung), Polypen, Allergie oder chronische Nasennebenhöhlenentzündungen sein. Häufigste Ursache der Nasenatmungsbehinderung sind die vergrößerten Nasenmuscheln. In den Nasenmuscheln befindet sich Schwellgewebe, was sich erweitern kann. Die Schwellung kann verursacht sein durch Allergien, Entzündungen, Medikamente oder Turbulenzen des Luftstroms.
Bei regelmäßiger Anwendung von abschwellenden Nasentropfen werden die Schleimhäute geschädigt, es kommt zu bleibender Schwellung und somit zur Zunahme der Beschwerden. Durch eine operative Verkleinerung der Nasenmuscheln kann eine rasche und dauerhafte Verbesserung der Nasenatmung erreicht werden.
Es gibt verschiedene Methoden der Nasenmuschelverkleinerung. Der schleimhautschonendste Eingriff ist die Radiofrequenz- Conchotomie, die in örtlicher Betäubung in der Praxis durchgeführt werden kann. Mit einer Radiofrequenznadel wird Energie im Gewebe appliziert. Durch Gewebeabbau und Narbenbildung kommt es zu einer Volumenverkleinerung der Nasenmuschel. Eine Nasentamponade ist nicht notwendig. Diese Therapie ist eine neue, innovative Technologie, die schnell und effektiv weiches Gewebe unter Einsatz von Radiofrequenzenergie abträgt und das umgebende, gesunde Gewebe schont. Alternativ kann ebenso in Lokalanästhesie eine Gewebereduktion mit dem Laser durchgeführt werden.
Schnarchen ist mehr als ein lästiges Übel. Es ist ein Leiden, das bereits im Frühstadium zu Lasten der Schlafqualität geht. Beim Schnarcher, aber auch beim Lebenspartner. Eine Behandlung sollte sinnvollerweise möglichst früh einsetzen und nicht erst, wenn die Atmung so stark gestört ist, dass es zu längeren Atemaussetzern während des Schlafs kommt. Doch Schnarchen ist kein unabwendbares Schicksal mehr. Anders als noch vor wenigen Jahrzehnten steht den Medizinern heute ein breites Spektrum an Maßnahmen zur Verfügung. Dennoch sprechen nicht alle Schnarcher gleich gut auf jede Behandlung an. Grund dafür sind die unterschiedlichen Formen und Ausprägungen, in denen das Schnarchen auftritt. Die wichtigste Maßnahme besteht daher in einer gründlichen ambulanten Diagnostik, die allen weiteren Behandlungsschritten vorausgeht.
Gewissheit über Nacht
Um gleich die Therapie einleiten zu können, die den größten Erfolg verspricht, muss zunächst sichergestellt werden, an welcher Form des Schnarchens der Patient leidet. Dazu werden zwei Verfahren angewendet: Zunächst werden die oberen Atemwege endoskopisch untersucht, dann wird ein nur 2 mm dünner Katheter, der Apneagraph, in die Nase eingeführt. Er kann problemlos über Nacht zu Hause getragen werden und wird vom Patienten schon nach wenigen Minuten nicht mehr wahrgenommen. Er misst über feine Drucksensoren und Thermistoren die Atemfluss- und Druckverhältnisse und informiert den Arzt über den Ort der für das Schnarchen verantwortlichen Engstelle. Anhand der Daten lässt sich exakt bestimmen, ob es sich um ein sog. primäres Schnarchen handelt, bei dem die Atmung nicht behindert ist, oder ein obstruktives Schnarchen mit leichter Atembehinderung, vielleicht gar eine obstruktive Schlaf-Apnoe mit Atemaussetzern vorliegt. Nach Auswertung aller Daten können die besonders erfolgversprechenden Therapiemaßnahmen gezielt eingeleitet werden.